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Statt (Selbst)Mitleid, vergib (vor allem dir selbst)!

Sandra Wurster | 24 November, 2021


          
            Statt (Selbst)Mitleid, vergib (vor allem dir selbst)!

Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es um Trigger, also Auslöser, schwieriger Gefühle, Erinnerungen oder Flashbacks. Der Text enthält Beispiele für solche Trigger – wie Gewalt, Diskriminierungserfahrungen etc. Bei manchen Menschen können diese Themen negative Reaktionen auslösen. Bitte sei achtsam, wenn das bei dir der Fall ist.

Ich bin mir nicht so sicher, ob dir das, was du hier gleich lesen wirst, gefallen wird. Doch ich bin mir sicher, dass es dennoch enorm wichtig für dich sein kann, wenn du nicht gleich in den Widerstand-Modus abtauchen wirst. Bereit? 

Erwischt du dich ab und an dabei, wie du dich selbst fragst: „Warum ich?!“, „Warum passiert mir ständig das alles?!“ Oder dass du die Geschehnisse, die dir in deinem Leben „widerfahren“ sind, dafür benutzt deinen aktuellen Zustand zu rechtfertigen? Dabei vergessen wir oftmals einen wichtigen und zugleich spannenden Faktor: DU BIST NICHT DEINE GESCHICHTE! 

Stellvertretend für deine „innere Supporterin“ sage ich dir - zwar voller Liebe und dennoch radikal - hör auf dich selbst zu bemitleiden, egal wo du dich gerade in deinem Leben befindest. Hör auf, Schuld abzugeben oder ständig nach Schuldigern zu suchen. Damit gibst du nämlich auch deine Macht ab. Und überprüfe welche „Ausrede“ dich blockiert, um glücklicher zu sein, als du es gerade jetzt im Moment bist. 

Dabei geht es mir nicht darum, dir deine Schmerzen (geschweige denn deine Bedürfnisse) absprechen zu wollen. Du hast nicht nur ein Recht auf sie, sondern ich bin der festen Überzeugung, dass Schmerz unvermeidbar ist, wenn du dein authentisches Leben in voller Lebendigkeit erfahren möchtest. Wir brauchen immer die Sonne und den Regen, wenn wir nicht austrocknen wollen, vergiss das nicht! Dennoch ist in meiner Wahrheit „Leiden“ vermeidbar, in dem du dich statt in Widerstand (Kontrolle und inneren Kampf) in Annahme ( Vertrauen & Loslassen, was nicht zu dir gehört) übst. Doch ein ganz anderer Aspekt ist mir hier extrem wichtig. Wenn wir bewusst oder unbewusst uns selbst bemitleiden nach dem Motto (ich übertreibe hier nun absichtlich) „Ich bin so arm dran, weil meine Mutter mich nicht gut behandelt hat“ oder/und „Ich habe es viel schwerer, weil ich Legasthenikerin bin“, ist deine niedrige Laune-Frequenz (Reminder: du bist dein eigener Fernsehturm), die du durch „Jammern“ verursachst, dein geringstes Problem. Sondern die resultierenden Entscheidungen, die du in dieser Mangel-Energie wählst, die wiederum zu Gewohnheiten werden, die wirklich lebensgefährliches Potenzial besitzen. Denn wer sich „arm“ und „ungerecht behandelt“ fühlt, neigt viel eher dazu, an extrem gefährlichen und ungesunden Orten nach Liebe, Ablenkung oder Betäubung zu suchen. Die Folgen dessen können natürlich bei jedem unterschiedlich ausfallen. Sei es das zwölfte rote Kleid, das man sich dann unnötig kauft. Das Einlassen in Beziehungen und Verbindungen, die toxisch enden oder der Klassiker: Drogen, Sex und Abenteuer (um ja nichts zu verpassen, außer natürlich sich selbst!). Und sehr oft ist es allerdings eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Bedeutet: wenn wir selbst meinen, dass wir ständig arm dran sind, hörst du dich höchstwahrscheinlich nach dem dritten „Ich bin arm dran“ bald sagen „Ich Arme brauche nun (setze hier ein was auch immer in deinem Fall zutrifft) einen Drink, einen neuen Look, Tiramisu oder unverbindlichen Sex“. Dabei brauchst du eigentlich Dich - in deiner mitfühlendsten und echtesten Version. Dein wunder Punkt wird dir manchmal einiges abverlangen, dennoch kann genau an dieser Stelle Heilung resultieren. Durch ablenkende Gewohnheiten resultieren eher Süchte. Und lass mich noch eines klarstellen: Tiramisu ist ein verdammt köstlicher Nachtisch. Wenn du diesen allerdings nur verputzt, um etwas anderes zu kompensieren, wirst du langfristig nur eins davon haben, Bauchschmerzen (trifft natürlich auch für die anderen Dinge zu).

Ab meinem 18. Lebensjahr häufte ich immer mehr Schulden an, verursacht durch Online-Shopping. 

Mein damaliges Leben war tatsächlich bestimmt nicht sehr leicht. Isoliert von meiner Familie wohnte ich in einer kleinen und sehr kalten Keller-Wohnung. Und obwohl ich wahnsinnig viele Jobs in dieser Zeit hatte, um mir unter anderem auch noch die Sport-Akademie zu finanzieren (um mir meinen Traum eine Lehre zur Tanzpädagogin zu machen, zu erfüllen), lernte ich in dieser Lebensphase Hungern kennen und wie einsam man sich fühlen kann. Leider hat mein damaliges schlechtes Gefühls-Management nicht zugelassen, dass ich diese unbequemen Gefühle mir selbst mitfühlend erlaubte. Wer weiß, vielleicht war das im Nachhinein auch meine Rettung (man weiß nie wofür es gut ist?!). Doch weil ich mir eben diesen Anteil nicht erlaubte, fühlte ich ihn erst immer dann, wenn er sich in mir angestaut hatte. Und da mir dieses Gefühl so unvertraut war und die Gesellschaft uns eben ein sehr begrenztes Bild vom Glücklichsein liefert, tat ich alles, um diesen Anteil auch so schnell wie möglich zu betäuben. Nur das ich damals eben nicht wusste, dass ich etwas betäubte oder versteckte. Wenn ich etwas in den Online-Warenkorb legte, fühlte es sich nach „etwas gönnen“ an. Dabei bemerkte ich leider nicht, wie die fast wöchentlichen Pakete, die bei mir eintrafen, unbewusst zu einem Wochen-Highlight wurden. Und weil mir damals noch das eigene Bewusstsein fehlte, bemerkte ich leider auch nicht, dass es bald keine Differenzierung mehr in meinen „Gönnen“ gab. Ob der Tag nun hart und Scheisse war und ich mir deshalb etwas gönnte oder ob ich einen richtigen Erfolg feierte und dadurch mich belohnen wollte - diese Grenzen vermischten sich immer mehr zu einer generellen Sucht. Die Pakete vor meiner Haustüre sorgten für „kurzes Glück“ in mir und weil es ja recht schnell verschwand, galt es, für noch immer mehr und noch mehr Nachschub zu sorgen - unabhängig davon, ob es mein aktueller Kontozustand zu lies oder nicht. Erst vor 4 Jahren fing ich an wirklich zu reflektieren, dass ich mein Handy meistens dann zückte und online anfing zu stöbern, wenn ich traurig oder die Verbindung zu mir selbst verloren hatte. Viele viele viele Streitereien mit meinen Partnern sorgten für zusätzliches Erwachen. Oh wie ich es damals gehasst habe und heute dafür extrem dankbar bin. 

Vielleicht möchtest du dich heute mal fragen, welche „Ausrede“, welcher Glaubenssatz dir nicht mehr dient? Hier sind ein paar weitere Tipps, die dir dabei helfen können, diese bewusst loszulassen:

  1. Erlaube dir immer ehrlich zu dir selbst sein zu dürfen, um somit dein Gefühls-Management aufzubauen. Scham und Ängste sind wie Gespenster in der Dunkelheit: Spricht man nicht über sie, werden sie zu etwas Großem, das wir oft meinen nicht bezwingen zu können. Bei Tageslicht verlieren sie immer mehr ihre Macht. 
  2. Statt in Mitleid zu zerfließen, sei mitfühlend und fang an zu vergeben, vor allem dir selbst. 
  3. Hör auf zu warten, du bist deine eigene Grenze und dein Tor, zu allem. 
  4. Bringt dir diese Gewohnheit etwas? 

Was ich jetzt schreibe, könnte dir noch weniger gefallen. Fühl hinein, ob du bereit dafür bist. 

Um dich noch mehr in die Energie „Was bringt es dir?“ zu bringen, möchte ich dir noch etwas mehr über oder aus meinem Leben anvertrauen: 

Ich bin mit 15 Jahren von zu Hause ausgezogen, um freiwillig ins Heim einzuziehen. Unter anderem um emotionale und körperliche Gewalt und weiteren sexuellen Belästigungen zu entkommen. Mein Start ins „Erwachsenen-Leben“ war deshalb nicht unbedingt der bequemste. Zudem suchte ich mir zusätzlich auch noch Träume aus, die mein Ego nicht unbedingt glücklich machten. Trotz meiner Legasthenie zweifelte ich niemals daran, Autorin zu werden. Das „wie" war für mich stets überwindbar, weil mein „wofür“ unaufhaltbar war. Damit möchte ich sagen, ja es verlangt mir einiges ab ein Manuskript mit einem roten Faden, in dem sich Leserinnen abgeholt fühlen (zum Leidwesen meiner Lektoren), zu verfassen. Und ich musste bereits einige echt unschöne Kritiken über mich ergehen lassen, wahnsinnig viel dazu lernen (Überstunden an Überstunden machen) und akzeptieren, dass der Weg zu der Autorin, die ich sein will, schwerer wird als gedacht. Doch meine Message war und ist mir dies immer wert gewesen und ich fühle mich dennoch geehrt, wenn meine Worte den Weg in die Welt, zu dir, finden. Nur darum geht es letztendlich für mich. 

Und ja, als ehemalige Tanzpädagogin mit einem „großen“ Körper musste ich mit einigen Vorurteilen zurecht kommen und das nur, weil mein Arsch dicker war, als der der anderen. Und dennoch erkannte ich darin auch immer eine enorme Chance, andere Personen durch mein Sein zu sensibilisieren und sich ihrer eigenen Vorurteile bewusst zu werden. 

Versteh mich bitte nicht falsch, auch ich wünsche mir eine Welt in der unnötige Vorurteile, Rassismus und Diskriminierungen keinen Platz haben. VON GANZEM GANZEM HERZEN!

Und dass wir immer weniger wegsehen und Aufklären ist ein enorm wichtiger Ansatz. Und auch wenn ich mir meiner Privilegien als weiße Person bewusst bin, musste ich mich dennoch bereits meinen inneren und äußeren Grenzen, die mir gesetzt wurden, widersetzen und lernen, flexibel meine Perspektive / Möglichkeiten zu ändern, um weiterzukommen. Und manchmal muss ich mich eben besonders anstrengen. Mich allerdings stets über diese „Ungerechtigkeiten“ zu beklagen, würde voraussetzen, dass ich meinen Fokus bewusst dafür einsetze, statt in meine absolute Powerkaft, meine Eigenverantwortung und den Glauben an mich selbst zu kommen. Und in Anbetracht der Erkenntnis, dass unsere Zeit so begrenzt ist, habe ich beschlossen, eben genau dafür keine Zeit mehr zu besitzen. 

Zudem habe ich mir oft schon die Frage gestellt, wenn es nicht mein eigenes Gewicht gewesen wäre, mein Geschlecht oder meine Legasthenie (die mich beschränkten) - wäre es dann eventuell etwas anderes gewesen? Etwas von dem ich mich genauso hätte bremsen lassen und das meiner Selbstsabotage-Strategie gut in die Karten gespielt hätte?

Denn das „begrenzte Leben“ sind wir doch von klein an gewöhnt. Wir brauchen eben nur „Ausreden“, um diese auch weiterführend in unserem Leben als Rechtfertigung unser Lebensresultate zu verwenden. Um eben unser eigenes Leuchten stets abzusprechen und nicht zu erlauben. 

Was passiert, wenn du wieder an das Mögliche glaubst und daran, dass es damit beginnt, dir selbst zu vergeben? Damit dich selbst in deiner Ganzheit, mit all deinen Anteilen radikal zu lieben? Wenn du verstehst, dass es niemals etwas zu verstecken gab und dass du genauso wie du bist, vollkommen bist. 

Finde es heraus, der größte Wandel wird immer nur in uns selbst stattfinden können. 

Das niedergeschriebene ist nicht „die Wahrheit“, sondern gehört „nur“ zu meiner persönlichen Wahrnehmung, die mir diente, mir mein Potenzial nicht mehr abzusprechen. Vielleicht ist sie dir auch dienlich… 

„Nicht die Wahrheit macht uns ganz, sondern die radikale Annahme, dass es verschiedene Realitäten gibt“  - Geraldine Schüle

 Deine Sandra 

Große Filmempfehlungen an dieser Stelle: 

  • Der Wunderbare Mr. Rogers / 2019
  • Don't worry weglaufen geht nicht / 2018 
  • Rocketman / 2019

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