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Es kommt immer auf den nächsten Wurf an

Sandra Wurster | 26 July, 2022


          
            Es kommt immer auf den nächsten Wurf an

Rückblickend kann ich von mir selbst gut behaupten, jahrelang keine gute „LOSLASSERIN“ gewesen zu sein. Doch wieso diese Eigenschaft zu den Grundvoraussetzungen für ein authentisches, lebendiges Leben gehört und wie ich es schaffte, darin besser zu werden, erfährst du jetzt. 

Vor allem in meinem Business-Coaching kommt es öfters vor, dass sich Klientinnen frustriert melden und einen zusätzlichen Motivationsschub benötigen, um ihre Konzepte, Business-Pläne und Produkt-Päckchen zusammenzustellen. Das hat unterschiedliche Gründe, doch eins haben alle Klientinnen gemeinsam: sie verurteilen sich auf Schärfste. 

Zuerst einmal möchte an dieser Stelle erwähnen, dass genau hier das Lebensspiel besonders interessant wird, denn unter anderem bietet sich genau hier die fantastische Gelegenheit zum Champion seines eigenen Lebens zu werden. Und hier trennt sich eben auch die Spreu vom Weizen! Die meisten Menschen sind so sehr im Gestern, dass sie Heute nie wirklich erreichen. Was ich damit meine schildert diese Geschichte ziemlich gut: 

Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft zurück zu ihrem Kloster. Sie kamen an einen Fluss. Dort stand eine junge Frau mit wunderschönen seidenen Kleidern. Sie wollte über den Fluss, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne ihre Kleider zu beschädigen.

Den Mönchen war körperlicher Kontakt zu Frauen verboten, doch trotzdem ging der ältere Mönch auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab.

Nachdem der junge Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden schweigsam ihre Wanderung fort. Der junge Mönch wurde unruhig. Nach etwa einer Stunde fing er an, den anderen zu kritisieren: “Du weißt schon, dass das, was du getan hast, nicht richtig war, nicht wahr? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?“

Der ältere Mönch hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: „Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?“

>> Was trägst du, vielleicht sogar unbewusst, mit dir ständig rum, weil du es nicht hinter dir lassen kannst? Woran hältst du aus deiner Vergangenheit fest? Durch deine Aufmerksamkeit lässt du es im Kopf immer wieder aufs Neue lebendig werden, willst du das?

Jep, das mit dem los lassen ist nicht ganz so einfach. Allerdings auch nur, weil uns das leider keiner beigebracht hat. Macht ja nix, bedeutet ja nur, du darfst es einfach üben und vielleicht hilft dir die Perspektive, die ich mir von Profisportlern und Trainern abgeschaut habe zusätzlich. 

Eine Basketball-Spielerin oder Fußball-Spielerin wird im Lauf ihrer Karriere tausende von Würfen und Schüssen tätigen, gibt es da tatsächlich viel Sinn, sich auf jeden einzelnen zu versteifen? Verstehe mich nicht falsch, natürlich muss im täglichen Training die Schieß- und Wurfqualität stets geübt und eventuell sogar verbessert werden, doch sich wegen einem „schlechten“ Wurf/Schuss verrückt zu machen, wo noch mindestens 999 vor einem liegen, ist nicht unbedingt fördernd. Es gibt genügend dramatische Geschichten im Sport wie auch im Show-Business, wo wir bereits alle Zeugen dessen wurden. Wenn zum Beispiel Sängerinnen es nicht schaffen einen schlechten Auftritt und/oder schlechte Kritik hinter sich zu lassen, sich selbst verurteilen und bewerten, landen sie oftmals in einer absoluten mentalen Blockade und Lähmung, in der der eigene Glaube an sich selbst immer mehr schrumpft. Und das alles „nur“, weil sie immer noch in dem einem „schlechten“ Konzert feststecken, sich ihre eigenen Fehler und Unvollkommenheit nicht verzeihen können. 

In dem neuen Netflix-Film Hustler (Sportdrama mit Adam Sandler) sagt der Coach zum talentierten Basketball-Spieler mehrmals: „Mich interessiert der jetzige Wurf nicht, mich interessiert der nächste“.Ich persönlich finde das sau klug und pflege diese Philosophie täglich in mein Leben ein. Bedeutet im Kehrschluss, dass ich mich und meine Tätigkeiten zwar für wichtig halte, aber nehme sie dennoch niemals zu ernst. Ich bin immer im Wissen davon, dass ich mir selbst Fehler erlauben darf, dass sie sogar notwendig sind. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass meine Niederlagen selbstverständlich gleichwertig sind wie meine Erfolge. Scheitern? Eher würde ich behaupten, dass ich viele Erfahrungen und Wege gesammelt habe, wie es eben nicht für mich funktioniert. Impliziert irgendwie letztendlich ja auch, dass sie mich meinem Ziel näher brachten und weiterhin werden. Tja, Perspektive ist eben alles! 

Übrigens unterscheidet Champions von Profisportlern, dass sie eine hervorstechende Fähigkeit besitzen, nach „Niederlagen“ schneller wieder „aufzustehen“, um weiter zu machen und das Geschehene hinter sich zu lassen. Den Fokus immer wieder auf den nächsten Moment lenken, geht dem voraus, dass man verstanden hat, dass jeder Moment immer wieder ein Stückchen neuer Anfang ist. Mich beschenkt dieser Gedanke mit viel Freiheit und Möglichkeiten. Übrigens eine Fähigkeit, die wir alle bewusst lernen können unabhängig davon, ob wir Profisportler*innen sind oder nicht. 

Besonders in der ganzen Persönlichkeitsentwicklungs-Bubble ist es immer wichtig, uns selbst daran zu erinnern, dass es nicht nur darum geht, dass es uns immer gut geht, sondern dass es uns gut gehen kann. Du hast heute deine Me-Time nicht geschafft und die Küche dreckig hinterlassen, und was jetzt? Lass los, morgen ist wieder ein neuer Tag - wo du wieder beginnen kannst. All die Eigenverurteilung und Wertung dienen uns absolut nicht. GEH AUS DER WERTUNG, du weißt sowieso nicht wozu was gut ist, oder doch? 

Kennst du die Geschichte über den Chinesischen Bauer? Eine tolle Kurzgeschichte über Glück und Unglück? 

In einem Dorf in China, nicht ganz klein, aber auch nicht groß, lebte ein Bauer – nicht arm, aber auch nicht reich, nicht sehr alt, aber auch nicht mehr jung, der hatte ein Pferd. Und weil er der einzige Bauer im Dorf war, der ein Pferd hatte, sagten die Leute im Dorf: „Oh, so ein schönes Pferd, hat der ein Glück!“

Und der Bauer antwortete: „Wer weiß?!“

Eines Tages, eines ganz normalen Tages, keiner weiß weshalb, brach das Pferd des Bauern aus seiner Koppel aus und lief weg. Der Bauer sah es noch davon galoppieren, aber er konnte es nicht mehr einfangen. Am Abend standen die Leute des Dorfes am Zaun der leeren Koppel, manche grinsten ein bisschen schadenfreudig, und sagten: „Oh der arme Bauer, jetzt ist sein einziges Pferd weggelaufen. Jetzt hat er kein Pferd mehr, der Arme!“

Der Bauer hörte das wohl und murmelte nur: „Wer weiß?!“

Ein paar Tage später sah man morgens auf der Koppel des Bauern das schöne Pferd, wie es mit einer wilden Stute im Spiel hin und her jagte: sie war ihm aus den Bergen gefolgt. Groß war der Neid der Nachbarn, die sagten: „Oh, was hat der doch für ein Glück, der Bauer!“

Aber der Bauer sagte nur: „Wer weiß?!“

Eines schönen Tages im Sommer dann stieg der einzige Sohn des Bauern auf das Pferd, um es zu reiten. Schnell war er nicht mehr alleine, das halbe Dorf schaute zu, wie er stolz auf dem schönen Pferd ritt. „Aah, wie hat der es gut!“

Aber plötzlich schreckte das Pferd, bäumte sich auf und der Sohn, der einzige Sohn des Bauern, fiel hinunter und brach sich das Bein, in viele kleine Stücke, bis zur Hüfte. Und die Nachbarn schrieen auf und sagten: „Oh, der arme Bauer, sein einziger Sohn! Ob er jemals wieder richtig gehen können wird? So ein Pech!“

Aber der Bauer sagte nur: „Wer weiß?!“

Einige Zeit später schreckte das ganze Dorf aus dem Schlaf, als gegen Morgen ein wildes Getrappel durch die Straßen lief. Die Soldaten des Herrschers kamen in das Dorf geritten und holten alle Jungen und Männer aus dem Bett, um sie mitzunehmen in den Krieg. Der Sohn des Bauern konnte nicht mitgehen. Und so mancher saß daheim und sagte: „Was hat der für ein Glück!“

Aber der Bauer murmelte nur: „Wer weiß?!“

Also auf ein tolles Leben oder sollte ich eher Spiel sagen, in dem du deinen nächsten Wurf/Schuss immer im Auge hast, dich löst von Bewertungen, weil du sowieso nicht weißt, wozu es dir letztendlich dient, „loslassen“ trainierst und immer wieder die Freuden des Anfangs genießt. Denk daran, es kommt immer auf den nächsten Wurf drauf an! 

Ganz viel Bauchliebe an Dich 

Deine Sandra 

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